Dieser Blog zeigt einige der interdisziplinären Kunstprojekte von Patricia London Ante Paris.
Die Werkgruppen integrieren Tanz, Malerei, Musik, Skulptur, Film zu Kunsthybriden und sind mit partizipativen Performances für das Publikum verbunden.
Mit der Gründung des LAp kUNStkLUB erweitert Patricia London Ante Paris das Partizipationsangebot und definiert Ausstellungen als Kunstprojekte.
"Die künstlerische Haltung von Patricia London Ante Paris ist intellektuell und geprägt von einer kritischen, wachsamen Zeitgenossenschaft. Aktuelle gesellschaftspolitische Vorgänge mit ihren globalen Auswirkungen fließen in ihre vielschichtigen Arbeiten ein. Stets ist ein utopischer Impetus am Werk: Die Kunst als emanzipatorische Kraft, die verändernd wirken kann."
Dr. Elisabeth Hartung

Patricia London Ante Paris, VOID, 2016

Das Projekt VOID (engl.: Leere, bayr.: Wald) von Patricia London Ante Paris besteht aus Bildern, Exkursionen zu den Orten der Bilder und daraus entstehendem Film.





























Patricia London Ante Paris, VOID, Musik: Jo Arneth, Kamera: Martina Bieräugel, Videobearbeitung: Daniel Lindlbauer






















Link zum Video, bitte Ton anschalten:

https://vimeo.com/171229079?utm_source=email&utm_medium=vimeo-cliptranscode-201504&utm_campaign=28749



Patricia London Ante Paris, KUCKUCK KUCKUCK, 2015
























































KUCKUCK KUCKUCK

eine Schweizer Kuckucksuhr
als Selfie-Performance
Edition von 3 Exemplaren (+ 2 AP)
2015
Patricia London Ante Paris

Die Skulptur besteht aus einem Vogelhäuschen, an dem ein
Straussenei steckt und eine Schlafbrille hängt.

Gebrauchsanweisung:

Setzen Sie die Blinder-Kuckuck-Brille auf, hüpfen
und tanzen Sie als Vogel mit den Armen
flügelschlagend auf und ab und rufen Sie dabei
wiederholend

Kuckuck - Kuckuck.

Führen Sie diese kurze Performance für sich alleine oder
vor Publikum zu vollen Stunden so oft wie möglich auf.


































Patricia London Ante Paris, SULKY, 2015, mit Brygida Ochaim und Katrin Schafitel (Tanz), Jo Arneth (Musik) und dem Publikum als Akteur

Sulky, Haus der Kunst, Installation und Performance





















SULKY
Die eskapistische Kabukitänzerin und  die Mänade auf hohen Stelzen ziehen mit dem Thespiskarren umher.
SULKY, ein neo-post-fem Kunsthybrid, inspiriert von den weiblichen Ursprüngen des Kabuki-Theaters und der griechischen Tragödie, macht im Laufe des Abends das Publikum zum Akteur und die Protagonisten zu Zuschauern. Das Kabuki-Theater wurde 1603 von der Tänzerin Okumi begründet, die religiösen Tanz um erotische Gesten erweiterte, woraus auch der Name von kabukan (schockierend) abgeleitet wurde. Später wurde das Kabuki-Theater nur noch von Männern, die auch die Frauenrollen übernahmen, aufgeführt. Stark geschminkte und dadurch formalisierte Gesichter prägen die Schauspieler. Ihre Schuhe sind Getas mit hohen Sohlen.Die griechische Tragödie entstand aus den dionysischen Mysterienspielen, an dem nur Frauen teilnahmen. Später durften im griechischen Drama nur Männer spielen, auch die Rollen der Frauen. Starre Masken bezeichneten die Charaktere. Sie trugen Kothurnen mit Plateausohlen und zogen einen Thespiskarren.

Die Premiere von SULKY im Schwere Reiter liess die „Vierte Wand“ des Theaters völlig kollabieren, Das gesamte Publikum wurde zum Protagonisten. Es gab keine Zuschauer mehr. Nur die Kamera war Zeuge.

Ein Kunsthybrid von Patricia London Ante Paris
Tanz: Brygida Ochaim, Katrin Schafitel
Komposition: Jo Arneth
Maskenträger: Martina Bieräugel, Karin Finan

Uraufführung am Freitag, 12. Juni 2015 Schwere Reiter
Haus der Kunst 7. August 2015

SULKY, Katrin Schafitel, 5-Füßler-Solo






























Die Peitsche der Investorin

















Brygida Ochaim, Katrin Schafitel, 7-Füßler-Duett
















das Publikum als Akteur, Schwere Reiter, Premiere














Auszug der Protagonisten, Schwere Reiter, Premiere
























Patricia London Ante Paris, DIE KAMPAGNE DER WERBETRÄGERIN, 2015

Mobile, permanente Skulptur für den Außenraum
der Städt. Artothek München
Kampagne, 2015

Wer eine Person in die Artothek mitbringt,
die Kunst ausleiht, erhält als Prämie
ein Bild aus der Serie KAMPAGNE !



Kampagne, 2015
von der Künstlerin übermalte Fotografien,
Auflage 10 (je Motiv), 30 x 21 cm, signiert, datiert, nummeriert
Die Kampagne der Werbeträgerin, 2015, Skulptur







Patricia London Ante Paris, SPIEL, 2014
















Patricia London Ante Paris, DAMENFEUER, 2014


































Damenfeuer, efemere Skulpturen, 2014

















Am Vorabend des Geburtstags von Ludwig II findet in Oberammergau seit 126 Jahren am 24. August das König-Ludwig-Feuer statt. Nur Männer dürfen die Feuer auf den Bergen entzünden. Dabei sind keinesfalls schwule Männer gemeint bei dieser traditionellen Veranstaltung, obwohl der König homosexuell war.
DAMENFEUER ermöglicht allen Genderorientierungen, das Feuer zu entfachen. Alle tragen als De-Identifikationsspiel Hütchen mit den Bezeichnungen: schwul, queer, trans*, lesbe, hetero, intersexuell, transgender, cis-frau, crossdresser, transsexuell, inter*, bisexuell, metrosexuell, etc.
DAMENFEUER fordert als Satellit von „HUNDINGHÜTTE“ ein Verglimmen der Heteronorm und eine Gleichberechtigung aller Genderorientierungen.
Die partizipative Performance DAMENFEUER fand am 24. August 2014 überhalb von Oberammergau statt.










Patricia London Ante Paris, 3 Frauen waschen Geld, 2014, ein Kunsthybrid mit Jo Arneth (Musik), Katrin Schafitel, Ludger Lamers, Stephanie Felber (Tanz), Berthold Reiss (Vortrag) und dem Publikum als Akteur



Katrin Schafitel, Stephanie Felber, Ludger Lamers
















"Patricia London Ante Paris vereinnahmt mit ihren Arbeiten seit Ende der 1980er Jahre Momente aus Politik, Ökonomie und Wissenschaft, sie erweitert den Bereich der bildenden Kunst mit Theaterstücken, Kompositionen, Choreografien, Zeitschriften und Blogs. Sie kuratierte die Ausstellungen New Medea Theatre collectif (Tiflis), Tiflis Transfer (Saarbrücken), Superfemmes (München) und gründete im Herbst 2011 den LAp kUNStkLUB.
Die Künstlerin sagt über selbst, daß sie sich der Kunst als Sprache bedient. Darf man die Aussage vielleicht dahingehend lesen, dass Patricia London in ihrem Werk generell unmissverständliche Kritik mit poetischer Vision zu verbinden sucht: Kritik an einem gesellschaftlichen System, das den menschlichen Körper und Geist in ein globales Netz aus Verkehrs- und Kapitalströmen einsperrt - Vision einer Welt, in welcher Frauen den Ton anstimmen für eine antihierarchische, Geschlechterpolarisierungen aufhebende, den Menschen zu kontemplativer Eigendynamik befreienden Gesellschaftsform."
Dr. Renate Wiehager
.
Das Publikum, eingestimmt von Berthold Reiß‘ Vortrag „Neue Werte“ malt zu Zinnober. Die Musik komponierte Jo Arneth. Die drei Frauen, gespielt von Katrin Schafitel, Stephanie Felber und Ludger Lamers tanzen abstrakte Teil- und Haben Figurinen und waschen das Geld des Publikums. Das Publikum kauft Muschelgeld und kann damit Bilder erwerben, Skulpturen färben, Aktionen des Balletts finanzieren. Jeder Akteur kann in Privatsolos und auch in einen eigenen Auftritt mit vorangegangener Anleitung investieren. Gegen Ende erhalten alle Akteure euro- und dollargrüne Rechtecke zum Imitieren einer Explosion.





















Tanz, Publikum bemalt Skulpturen, Grüngeldexplosion



































PLAP, Goldene Passion - Bettler, 2014, Lindenholz

PLAP, Goldene Passion - Börse , 2014,  Lindenholz

PLAP, Goldene Passion - Banker, 2014, Lindenholz

PLAP, Geldwäschetisch, 2014, Mosaik








































































3 FWG, Kunstkollektion, 2014, Edition von Kleidern


































Video und Fotos: Sophia von Gaffron und Martina Bieräugel



Patricia London Ante Paris, On The Road, 2014,

On The Road, 2014, 44 m x 8 m


























































































Patricia London Ante Paris

On The Road

Ein Kunstwerk im neuen Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland in Berlin, 2014

On The Road ist eine 44 Meter hohes und 8 Meter  breites Bild. Es erstreckt sich vom 2. bis zum 12. Stockwerk gegenüber der Aufzüge, nur unterbrochen durch die Geschossdecken.

Auf den ersten Blick könnte ein riesiger organischer Science-Fiction-Bio-Motor dargestellt sein oder die Wege eines Vertriebssystems.

Die verschlungenen Pfade sind ursprünglich Rennbahnen. Das große Blau, das sich durch alle Geschosse zieht, ist die Avus in Berlin, die erste ausschließliche Autostraße Europas. Sieger mit Mercedes auf der Avus waren 1926 der Mercedes Verkäufer Rudolf Caracciola, 1935 Luigi Fagioli mit dem legendären Silberpfeil und 1955 der berühmte vielfache Weltmeister Juan Manuel Fangio. 2014 siegten die Silberpfeile in Melbourne, Malaysia und Bahrain.

blau Avus,
orange Daytona,
violett Catalunya,
dunkelgrün Monza,
gelb Ahveniston,
hellgrün Sachsenring,
magenta Circuit India.

Thematisiert wird damit das Autofahren an sich, wie auch der Titel On The Road, der das legendäre Buch von Jack Kerouac zitiert, der 1946 - 49 hin und her durch die USA fuhr, impliziert; aber auch das Auf- und Abfahren im Aufzug.


2. OG

3. OG

4. OG

5. OG

6. OG

7. OG

8. OG

9. OG

10. OG

11. OG

12. OG








Patricia London Ante Paris, Zinnober, 5 Radiobilder, 2013, Musik: Jo Arneth

CD-cover ZINNOBER





















Zinnober sind fünf Beschreibungen von Bildern, die es noch nicht gibt zur Musik von Jo Arneth. Erstmals ausgestrahlt auf Radio Lora, Oktober 2013. Die Hörer_innen wurden aufgefordert, dazu zu malen, was ihnen dabei einfällt.

Patricia London Ante Paris, HUNGER, 2013, Musik: Jo Arneth, Tanz: Stephanie Felber, Ludger Lamers, Kathrin Schafitel



























HUNGER
eine skulpturale Inszenierung und das Ballett Die Drei Delirien

HUNGER ist eine Inszenierung, deren Bedeutungs-und Formebenen entgleiten, so wie beim Hungerdelirium. HUNGER hat minimale Inspirationen aus Knut Hamsuns Hunger, Arthur Rimbauds Saison en Enfer sowie von Josef Strauss‘ Delirienwalzer. HUNGER deutet das Phänomen der zu Dünnen in reichen und der zu Dünnen in armen Ländern an.
Der riesige efemere Skulptur "Der hungrige Mann" wird im Laufe der Ausstellung immer dünner.
Die Softskulpturen "Die Drei Delirien" führten zur Eröffnung der Ausstellung das Ballett Hunger auf mit der Musik der Komponistin Jo Arneth. Die Tänzer sind Katrin Schafitel, Stephanie Felber und Ludger Lamers.
In der Ausstellung ist das Video des Balletts zu sehen, aber vor dem Monitor stehen die Figuren der Skulpturengruppe "Neu", die neue psychische und physische Phänomene darstellen und neugierig in den Monitor auf die drei glückstränenartigen Tänzer im Hungerdelirium schauen und dabei dem Betrachter die Sicht erschweren.
Dafür sieht man um so leichter die sechs Bilder "Glückstränenzahnrad", deren unvollständiges Motiv das Auge komplettieren kann.
Die reflektierende Workshop-Skulptur "Sie sind zu dick?" ist Teil einer partizipativen Performance, die den Besuchern bei den Führungen durch die Ausstellung erlaubt,  sich als zu dick oder zu dünn einzuordnen.
Die "Hungerarmband-Edition" zitiert aus Hamsuns Hunger eine zentrale Stelle und ist selbst eine Variation derselben.
Zur Finissage der Ausstellung gibt es als partizipative Performance eine "Einladung zum kommunalen Mord am Hungrigen Mann".




Die 3 Delirien, 4.8.14

Die 3 Delirien, Softskulpturen

Performance Die 3 Delirien

Die 3 Delirien, Tanz





















Der hungrige Mann, 2013, Latex, efemere Skulptur, 800 x 300 x400 cm

NEUe psychische und physische Phänomene, 2013, Lindenholz, je 50 x 40 x 30 cm

Glückstränenzahnrad, 2013, Acryl/Lw., je 24 x 18 cm


























































NEU ..., 6 Skulpturen, 2013, Lindenholz
Sie sind zu dick?, 2013, Skulptur, Spiegelfolie

Hungerarmband, 2013, Edition, AL15

Plakat, 2013

Einladung zum kommunalen Mord am hungrigen Mann, partizipative Performance